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Ursula K. Le Guin

English

1. Schemata

1.1. The Left Hand of Darkness (1969)

1.1.1. Kemmer

Version: 1.0.0 (28.03.2026)

  • Dieses Dokument beschreibt die physiologischen, sexuellen und sozialen Kenntnisse über den gethenianischen Kemmer-Zyklus, soweit dieser gemäß den Feldnotizen von Ong Tot Oppong, Forscher des ersten Landungstrupps auf Gethen/Winter (93. Zyklus des Ekumenischen Jahres 1448), bekannt war.
  • In der gethenianischen Physiologie entspricht der Kemmer-Zyklus ungefähr dem Menstruationszyklus anderer Physiologien im Ekumen. Der zentrale Unterschied zur gethenianischen Physiologie besteht darin, dass Gethenianer:innen, wenn sie sich nicht in Kemmer (sondern in Somer) befinden, androgyn, asexuell und agender verfasst sind. Erst in Kemmer entwickeln sich in Abhängigkeit vom sozialen Umfeld geschlechtliche physiologische Merkmale, die die sexuelle Aktivität bestimmen.

Hinweis

  • Da es sich bei den Berichten über Kemmer in den Aufzeichnungen des ersten Landungstrupps sowie von Genly Ai um vorläufige und durchaus fragmentarische Erkenntnisse handelt und diesen Männern (!) nur ihre gewohnten (natürlich sehr heteronormativen) Schemata zur Klassifikation und Versprachlichung der sozialen Erfahrungen und Dynamiken der gethenianischen Gesellschaft zur Verfügung standen, prägt dies auch die Erzählstimme des Buches zentral.
  • Dies lässt sich an den Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten erkennen, die bei Genly Ai zu bemerken sind, wenn er versucht, die gethenianischen Sozialdynamiken pronominal zu erfassen, oder die beim ersten Landungstrupp zu erkennen sind, wenn sie die vermeintliche »Normalität« heterosexueller Praktiken zu bemerken meinen.
  • Daher ist weitere Forschungsarbeit auf Gethen mit deutliche offeneren Kategorien nötig!

2. Medien

3. Bibliographie